Offener Brief an Bundestagsmitglieder: nur Equal Pay verhindert Missbrauch von Leiharbeit
Nur Equal Pay verhindert Missbrauch von Leiharbeit
Nach der großen Krise 2008 und 2009 geht es mit der Konjunktur nun wieder bergauf. Und auch die Beschäftigung entwickelt sich positiv. Der einzige Haken: Die Arbeitsplätze, die neu entstehen, sind keine Stammarbeitsplätze, sondern vor allem Arbeitsplätze in der Leiharbeit. Und Leiharbeiter müssen für weniger Geld arbeiten, haben weniger Rechte und können schneller gefeuert werden. Für die Arbeitnehmer bringt Leiharbeit also nur Nachteile.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will nun den Mindestlohn für Leiharbeiter durchsetzen. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, reicht aber bei Weitem nicht aus. Deshalb haben Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, und Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, einen offenen Brief an die Mitglieder des deutschen Bundestags geschrieben. Darin fordern sie:
- eine strikte Durchsetzung des Eual Pay-Prinzips
- die Übernahme des in der EU-Leiharbeitsrichtline und im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz vorgesehenen Grundsatzes "gleiches Geld für gleiche Arbeit"
- die Möglichkeit, vom Equal Pay-Grundsatz abweichen zu können, zu streichen
Eine Mindestlohnregelung löse keines der heute bestehenden Probleme mit der Leiharbeit. Sie leiste allenfalls einen Beitrag dazu, die bestehende Lohndifferenz zwischen Normalarbeit und Leiharbeit nicht weiter anwachsen zu lassen. Sie bleibt aber weiter bestehen. Und genau diese Differenz stelle den wirtschaftlichen Anreiz für Unternehmen dar, weiter auf Leiharbeit zu setzen.
In der Metall- und Elektroindustrie liegt die Leiharbeitsquote bereits zwischen 30 und 40 Prozent. Das führt unter anderem zu Lohndumping. Ein Mindestlohn kann hier nichts ausrichten. Nur Equal Pay könne Lohndumping verhindern, so Huber und Wetzel weiter.
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