Globaler Industriegewerkschaftsverband
Neues Zeitalter der globalen Solidarität eingeläutet

Mehr als 1000 Gewerkschafter aus allen Teilen der Erde haben am 19. Juni in Kopenhagen eine neue internationale Gewerkschaftsföderation gegründet. Rund 50 Millionen Arbeiter aus 140 Ländern werden künftig von IndustriAll – Global Union repräsentiert.

20. Juni 201220. 6. 2012


Für den neugewählten Präsidenten von IndustriAll ― Global Union, IG Metall-Vorsitzenden Berthold Huber, ist die wichtigste Herausforderung der neuen Organisation, mit aller Kraft gegen Regierungen und Konzerne vorzugehen, die Menschen- und Gewerkschaftsrechte missachten oder Gewerkschafter verfolgen, foltern, inhaftierten und ermorden lassen. „Wir müssen so etwas wie Amnesty International für verfolgte Gewerkschafter werden“, forderte Huber. Nach wie vor ließen Regimes, wie in Kolumbien, jedes Jahr zahlreiche Gewerkschafter ermorden.

Ein weiteres Ziel sei der Kampf gegen prekäre Beschäftigung, die moderne Form der Ausbeutung. „Wir müssen verhindern, dass eine verlorene Generation ohne ausreichende Einkommensperspektiven und ohne soziale Verwurzelung heranwächst“. Gewerkschaften müssten ihre Anstrengungen zum Aufbau weltweiter Netzwerke und globaler Arbeitnehmervertretungen verstärken. „Kapital ist mobil, Arbeitnehmer sind es sehr viel weniger“, sagte Huber.


Eine Vielzahl von Branchen vereint


Die IndustriALL Global Union repräsentiert Arbeitnehmer aus einer Vielzahl von Sektoren. Dazu gehören die Öl- und Gasförderung und der Bergbau, die Erzeugung und Verteilung elektrischer Energie, die Herstellung von Metallen und Metallprodukten, der Schiffbau und die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt, der Maschinenbau, Elektronik, Chemie, Gummi, Zellstoff und Papier, aber auch Baumaterialien, Textilien, Bekleidung, Leder, Schuhe und Umweltdienstleistungen. Zu ihren Mitgliedern gehören Beschäftigte in der Produktion ebenso wie Büroangestellte, Techniker, Forschungspersonal und hochqualifizierte Fachkräfte.

Durch den Zusammenschluss zu einer globalen Organisation bilden die Mitgliedsgewerkschaften des IMB, der ICEM und der ITBLAV ein Gegengewicht zur Macht multinationaler Unternehmen und kann mit ihnen auf globaler Ebene verhandeln.

IndustriALL tritt an, um für eine Globalisierung nach anderen Regeln zu kämpfen und gegen die neoliberale Politik vorzugehen, die von den nationalen Regierungen und den globalen Institutionen vorangetrieben wird. Sie wird sich für ein neues Wirtschafts- und Sozialmodell einsetzen, das den Menschen an erster Stelle sieht und auf Demokratie und sozialer und wirtschaftlicher Gerechtigkeit innerhalb der Länder und zwischen den Ländern basiert.


Umfassende Ziele festgelegt


Um diese Aufgaben zu erfüllen, hat sich die IndustriALL weitreichende Ziele gesteckt:

  • Aufbau starker Gewerkschaften
  • Gewerkschaftliche Organisierung und Rekrutierung neuer Mitglieder
  • Kampf für Gewerkschaftsrechte
  • Kampf gegen prekäre Arbeit
  • Aufbau gewerkschaftlicher Macht zur Konfrontation des globalen Kapitals
  • Förderung der Industriepolitik und des Nachhaltigkeitsprinzips
  • Soziale Gerechtigkeit und Globalisierung
  • Gleichberechtigung und Beteiligung von Frauen
  • Sichere Arbeitsplätze
  • Demokratie und Integration


Präsident von IndustriAll ist IG Metall-Vorsitzender Berthold Huber, Generalsekretär ist Jyrki Raina, (IMF, Helsinki), Vizepräsidenten sind Senzeni Zokwana, (NUMSA, Südafrika) Tom Buffenbarger, (IAM, USA und Kanada) und Hisanobu Shimada (UI Zensen, Japan).

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