IG Metall
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
                  
Migration120x120

Betriebsrätekonferenz der IG Metall zum Thema Migration

Tarifverträge fördern die Integration

04.07.2011 Ι Für die IG Metall ist klar: Deutschland selbst und die Unternehmen in Deutschland gewinnen durch Vielfalt. Deshalb setzt sie sich auch für eine bessere Integrationspolitik ein. Und vereinbart Tarifverträge, von den Migrantinnen und Migranten unmittelbar profitieren.

Knapp 16 Millionen Migranten und Migraninnen leben in Deutschland. Damit ist die BRD ein Einwanderungsland und Migration auch ein Tema in den Betrieben aus den Branchen der IG Metall.
Auf einer Betriebsrätekonferenz am 4. Juli 2011 in Frankfurt am Main verdeutlichte Detelf Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall, das Ziel der Gewerkschaft: "Wir wollen, dass anerkannt wird, was Migrantinnen und Migranten hier leisten. Wir werden nicht aufhören, für die Gleichheit und Würde aller Menschen einzutreten."

Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt noch immer erschwert
Eine gute Schulbildung, ausreichende Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind in Deutschland leider noch immer nicht die Regel für Migranten:

  • 20 Prozent der Migranten verlassen das allgemeine Sculsystem ohne formalen Schulabschluss (zum Vergleich: bei Nicht-Migranten sind es nur 7,9 Prozent)
  • 42 Prozent der Schüler mit Migrationshintergrund beenden eine allgemeinbildende Schule mit einem Hauptschulabschluss (bei den Nicht-Migranten liegt der Anteil bei 29 Prozent)
  • Nur 10,2 Prozent Migranten erreichen in Deutschland die Fachhochschulreife (bei den Nicht-Migranten sind es immerhin 26 Prozent)
  • Auch von Leihabeit sind Migranten in Deutschland stark betroffen: rund 200 000 von derzeit ca. 780 000 Leiharbeitern haben keinen deutschen Pass.


Für Wetzel ist klar, dass Deutschland die Vielfalt der Menschen , die hier leben und arbeiten, für Deutschland viele Vorteile bringt. Daher richtet auch die IG Metall ihre politischen und betrieblichen Ziele entsprechend aus. Zum Beispiel mit dem Tarifvertrag "Förderung von Ausbildungsfähigkeit" wie er in NRW bereits seit 2008 in Kraft ist. Darüber können Jugendliche mit Migrationshintergrund besser in den Ausbildungsmarkt vermittelt werden. In einer Förderphase, die bis zu einem Jahr dauern kann, werden schulische und sozialpädagogische Defizite abgebaut. Das geht allerdings nur, wenn Mitbestimmung gesetzlich verankert ist und im Betrieb gelebt wird. Allerdings kann die IG Metall mit ihren Tarifverträgen nicht alle strukturellen Defizite der Politik ausgleichen. Daher forderte Wetzel von der Bundesregierung, die systematische Benachteiligung von Migranten zu beseitigen.

Links und Zusatzinformationen
box_respekt_1_
Mitmachen
Wer mitmachen will kann für seine Aktion eine Torwand buchen. Motto: Drei unten - drei oben. Wer viermal trifft hat die Chance auf einen Besuch im ZDF-Sportstudio. Nähere Infos zur Torwand gibt es beim IG Metall-Vorstand:
Servicebereich