Marta Dzierzynska: Prekäre Jobs bieten keine Perspektive
Und wo arbeite ich morgen?
Nach der Hauptschule wollte Marta Dzierzynska Geld verdienen. Sie wollte auch gerne eine Ausbildung zur Floristin machen. Es gab aber keine Ausbildungsplätze. Also hangelte sie sich von Aushilfsjob zu Aushilfsjob. Heute ist sie als Leiharbeiterin angestellt.
Wo arbeite ich morgen?
Marta hat schon in einer Dosenfabrik gearbeitet und genauso bereits in der Produktion von Notebooks. Manchmal ist sie nur zwei Tage an einem Arbeitsplatz. Da lohnt sich noch nicht einmal das Einarbeiten. Die meisten fest angestellten Kollegen würden sich auch schon kaum noch Mühe geben. Da die Leiharbeiter ohnehin schon am nächsten Tag wieder weg sein können. "Das macht es schwer, Kontakte zu knüpfen", berichtet Marta. Sie leidet unter der Unsicherheit: "Man kann nichts richtig planen und ständig fragt man sich: Wo werde ich morgen arbeiten?"
Zwischen 2005 und 2008 hatte sich die Zahl der Leiharbeitnehmer von 351 000 auf 702 000 verdoppelt. Politik und Wirtschaft sprachen von einem "Jobmotor", meinten wohl aber eher "Jobrotation". In der Krise waren Leiharbeitnehmer dann die Ersten, die ihren Job verloren.
Jetzt, wo es wieder aufwärts geht, nutzen viele Arbeitgeber Leiharbeit, um eine Beschäftigtengruppe unterhalb des Tarifniveaus zu etablieren. Die Zahl 826 0000 Leiharbeitnehmer im Juni 2010 hat sogar den Vor-Krisen-Höchststand von 2008 getoppt. Die Leiharbeit muss eingedämmt und reguliert werden. Sonst haben wir bald überall Arbeitnehmer erster, zweiter und dritter Klasse.
