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Aktiv gegen unfaire Leiharbeit
Die IG Metall lässt nicht locker
Überall sind Metaller aktiv gegen unfaire Leiharbeit. Ihr Engagement für eine wirksame Regulierung der Leiharbeit stößt auf große Zustimmung: Über 90 Prozent der Menschen in Deutschland befürworten gleichen Lohn für Leiharbeitnehmer und Stammbeschäftigte.
Eine Umfrage im Auftrag von "Zeit Online" hat ergeben, dass neun von zehn Menschen in Deutschland die Forderung nach gleichem Lohn für Leiharbeitnehmer und Stammbeschäftigte befürworten. Diese hohe Zustimmung ist vor allem ein Verdienst der IG Metall; sie hat 2008 ihre Kampagne "Gleiche Arbeit - Gleiches Geld" gestartet und am lautesten gegen die ungerechte, weil ungleiche Bezahlung von Beschäftigten protestiert. Damals interessierte sich außerhalb der Gewerkschaften kaum jemand für dieses Thema; es gab ja nur ein paar hunderttausend Leihkräfte.
Die IG Metall prognostizierte vor drei Jahren schon einen Boom der Leiharbeit - kein Wunder, wenn es erlaubt ist, Menschen für ein Drittel weniger Lohn oder gar die Hälfte des üblichen zu beschäftigen. Die IG Metall sah die Gefahr, dass Leiharbeit Stammarbeitsplätze verdrängt, den Niedriglohnsektor vergrößert und Belegschaften spaltet. Dagegen mobilisierte die IG Metall ihre Mitglieder, sie protestierte im Betrieb und in aller Öffentlichkeit, auf Straßen und Marktplätzen.
Mobilisieren
So auch am 24. Februar dieses Jahres: "Arbeit: sicher und fair!" lautete das Motto. Und fast 210 000 Menschen aus mehr als 1300 Betrieben folgten dem Aufruf der IG Metall, demonstrierten gegen Leiharbeit, Werkverträge und befristete Jobs, das Krebsgeschwür "prekäre Beschäftigung". "Arbeit darf nicht zur Ramschware verkommen", sagte der IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber. Die Auseinandersetzung um Leiharbeit sei "auch ein Kampf um den Respekt vor der Arbeit und den Menschen, die sie leisten". IG Metall-Vize Detlef Wetzel nannte die Behauptung der Arbeitgeber, Leiharbeit nur zur Bewältigung von Auftragsspitzen zu nutzen, eine Lüge; bei Airbus in Hamburg habe er einen Leiharbeitnehmer kennengelernt, der seit zwölf Jahren dort arbeitet. "Das ist die längste Auftragsspitze der Welt", sagte Wetzel.
Auch die Medien griffen das Thema auf, die Leiharbeit stand am Pranger, in Zeitungen, bei "Frontal 21" und "Stern TV". Die Botschaft der IG Metall kam an: Wenn schon Leiharbeit, dann fair, fürs gleiche Geld. Damit gefährde die IG Metall die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, behauptet jetzt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall, er dringt damit aber nicht mehr durch. Die Aufklärungsarbeit der IG Metall trägt Früchte, zweierlei Entlohnung wird als zutiefst ungerecht empfunden.
Handeln
Rund 800 betriebliche Besserstellungen von Leiharbeitern - bis hin zu "Equal Pay" ("Gleicher Lohn") - gibt es mittlerweile in der Metall- und Elektroindustrie. In der Stahlindustrie wurde die gleiche Entlohnung 2010 sogar tarifvertraglich geregelt. Viele Betriebsräte setzen sich zudem für die Übernahme der Leiharbeitnehmer ein; mal sind es 44 wie bei Mannstaedt in Troisdorf nahe Bonn, mal 2200 wie bei VW.
Von der Bundesregierung ist allerings keine Hilfe im Kampf gegen den Missbrauch der Leiharbeit zu erwarten. Für Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter von Nordrhein-Westfalen, wäre das so, "als würde man mit einer Bratwurst zum Tierarzt gehen und fragen: 'Ist da noch was zu retten?'"
Tatsächlich macht die Bundesregierung immer noch Politik für die Verleihunternehmen Adecco, Randstad & Co statt für die Mehrheit der Menschen: Ihr neues Leiharbeitsrecht verhindert nur, dass heute Stammbeschäftigte gefeuert und morgen als Leiharbeiter geheuert werden (wie bei Schlecker geschehen), und der Mindestlohn von 7,79 Euro oder 6,89 Euro pro Stunde (West/Ost) schützt nur vor weiterem Lohndumping aus Osteuropa. "Ansonsten taugt das Gesetz ungefähr so viel wie Aspirin gegen Krebs", schrieb sogar die "Süddeutsche Zeitung".
Die IG Metall prognostizierte vor drei Jahren schon einen Boom der Leiharbeit - kein Wunder, wenn es erlaubt ist, Menschen für ein Drittel weniger Lohn oder gar die Hälfte des üblichen zu beschäftigen. Die IG Metall sah die Gefahr, dass Leiharbeit Stammarbeitsplätze verdrängt, den Niedriglohnsektor vergrößert und Belegschaften spaltet. Dagegen mobilisierte die IG Metall ihre Mitglieder, sie protestierte im Betrieb und in aller Öffentlichkeit, auf Straßen und Marktplätzen.
MobilisierenSo auch am 24. Februar dieses Jahres: "Arbeit: sicher und fair!" lautete das Motto. Und fast 210 000 Menschen aus mehr als 1300 Betrieben folgten dem Aufruf der IG Metall, demonstrierten gegen Leiharbeit, Werkverträge und befristete Jobs, das Krebsgeschwür "prekäre Beschäftigung". "Arbeit darf nicht zur Ramschware verkommen", sagte der IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber. Die Auseinandersetzung um Leiharbeit sei "auch ein Kampf um den Respekt vor der Arbeit und den Menschen, die sie leisten". IG Metall-Vize Detlef Wetzel nannte die Behauptung der Arbeitgeber, Leiharbeit nur zur Bewältigung von Auftragsspitzen zu nutzen, eine Lüge; bei Airbus in Hamburg habe er einen Leiharbeitnehmer kennengelernt, der seit zwölf Jahren dort arbeitet. "Das ist die längste Auftragsspitze der Welt", sagte Wetzel.
Auch die Medien griffen das Thema auf, die Leiharbeit stand am Pranger, in Zeitungen, bei "Frontal 21" und "Stern TV". Die Botschaft der IG Metall kam an: Wenn schon Leiharbeit, dann fair, fürs gleiche Geld. Damit gefährde die IG Metall die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, behauptet jetzt der Arbeitgeberverband Gesamtmetall, er dringt damit aber nicht mehr durch. Die Aufklärungsarbeit der IG Metall trägt Früchte, zweierlei Entlohnung wird als zutiefst ungerecht empfunden.
HandelnRund 800 betriebliche Besserstellungen von Leiharbeitern - bis hin zu "Equal Pay" ("Gleicher Lohn") - gibt es mittlerweile in der Metall- und Elektroindustrie. In der Stahlindustrie wurde die gleiche Entlohnung 2010 sogar tarifvertraglich geregelt. Viele Betriebsräte setzen sich zudem für die Übernahme der Leiharbeitnehmer ein; mal sind es 44 wie bei Mannstaedt in Troisdorf nahe Bonn, mal 2200 wie bei VW.
Von der Bundesregierung ist allerings keine Hilfe im Kampf gegen den Missbrauch der Leiharbeit zu erwarten. Für Oliver Burkhard, IG Metall-Bezirksleiter von Nordrhein-Westfalen, wäre das so, "als würde man mit einer Bratwurst zum Tierarzt gehen und fragen: 'Ist da noch was zu retten?'"
Tatsächlich macht die Bundesregierung immer noch Politik für die Verleihunternehmen Adecco, Randstad & Co statt für die Mehrheit der Menschen: Ihr neues Leiharbeitsrecht verhindert nur, dass heute Stammbeschäftigte gefeuert und morgen als Leiharbeiter geheuert werden (wie bei Schlecker geschehen), und der Mindestlohn von 7,79 Euro oder 6,89 Euro pro Stunde (West/Ost) schützt nur vor weiterem Lohndumping aus Osteuropa. "Ansonsten taugt das Gesetz ungefähr so viel wie Aspirin gegen Krebs", schrieb sogar die "Süddeutsche Zeitung".
