Trotz guter Ausbildung: der harte Weg in den Job
Eigentlich hat Sabrina H. alles richtig gemacht
"Schon immer" habe sie gewusst, dass sie nach dem Abitur eine international ausgerichtete Ausbildung machen wolle, sagt Sabrina H.*. Vor ihrem BWL- und Japanologie-Studium sei sie daher ein Jahr lang ins Ausland gegangen, um ihr Englisch aufzupolieren.
Ihre Diplomarbeit schrieb sie bei einem "großen Unternehmen", worauf ihr ein noch größeres ein verlockendes Angebot machte: Ein berufsbegleitendes MBA-Studium sollte den Einstieg in den Konzern ermöglichen. Für diese Chance nahm Sabrina zunächst auch schlechtere Arbeitsbedingungen in Kauf. Beinahe am Ziel, machte die Wirtschaftskrise ihre Hoffnungen jedoch zunichte.
Sabrina hatte das Pech, auf dem Höhepunkt der Krise im Herbst 2009 mit ihrer Ausbildung fertig zu werden. Eine Einstellung blieb ihr verwehrt. Sie machte sich selbständig und konnte so noch eine Zeit lang Projekte für den Konzern abwickeln. Da ihr dabei allerdings die langfristige Perspektive fehlte, ihrem Traumberuf näher zu kommen, schaute sich Sabrina anderweitig um.
Nach etwa 60 Bewerbungen wandte sich die Diplombetriebswirtin schließlich an einen "Personaldienstleister". Die Bezahlung der vermittelten Jobs sollte in der Größenordnung einer Ausbildungsvergütung liegen, am Ende musste Sabrina sogar um ihr Gehalt feilschen - "ein Gefühl wie auf dem Viehmarkt", sagt sie. In dieser Situation stellte sie sich die Frage: Habe ich dafür so viel Zeit und Mühe in meine Ausbildung investiert?
* vollständiger Name der Redaktion bekannt.
