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Pressemitteilung Nr. 42/2012
19.06.2012
Berthold Huber: "Beschäftigte gewinnen starke Stimme in weltweiten Auseinandersetzungen um Rechte arbeitender Menschen"
19.06.2012 Ι
Kopenhagen - Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, hat den Zusammenschluss von drei weltweiten Industriegewerkschaftsverbänden zu dem neuen Dachverband IndustriALL Global Union begrüßt. "Die Beschäftigten der verarbeitenden Industrie gewinnen damit eine starke Stimme in den weltweiten Auseinandersetzungen um die Rechte der arbeitenden Menschen. Millionen von Menschen überall auf der Welt erwarten unsere Solidarität", sagte Huber am Dienstag in Kopenhagen auf dem Gründungskongress des Weltverbandes der Industriegewerkschaften. Die Aufgaben des neuen Dachverbandes seien gigantisch. Im Vergleich dazu seien die Mittel, die zur Verfügung stünden, begrenzt, auch wenn IndustriALL die weitaus größte globale Gewerkschaftsföderation sei, sagte Huber.
Als wichtigste Herausforderung der neuen Organisation bezeichnete Huber, mit aller Kraft gegen Regierungen und Konzerne vorzugehen, die Menschen- und Gewerkschaftsrechte missachteten oder Gewerkschafter verfolgen, foltern, inhaftierten und ermorden ließen. "Wir müssen so etwas wie Amnesty International für verfolgte Gewerkschafter werden", forderte Huber. Nach wie vor ließen Regime, wie in Kolumbien, jedes Jahr zahlreiche Gewerkschafter ermorden.
Ein weiteres Ziel sei der Kampf gegen prekäre Beschäftigung, die nichts anderes sei, als eine moderne Form der Ausbeutung. "Wir müssen verhindern, dass eine verlorene Generation ohne ausreichende Einkommensperspektiven und ohne soziale Verwurzelung heranwächst", sagte Huber.
Gewerkschaften müssten ihre Anstrengungen zum Aufbau weltweiter Netzwerke und globaler Arbeitnehmervertretungen verstärken. "Kapital ist mobil, Arbeitnehmer sind es sehr viel weniger", sagte Huber. In multinationalen Konzernen führten permanenter Wettbewerbsdruck, Konzernumstrukturierungen und ein Strukturwandel zu Standort- und Arbeitsplatzverlagerungen. Komplexere, den Globus umspannende Unternehmensstrukturen erschwerten Gewerkschaften und betrieblichen Arbeitnehmervertretern oft eine wirksame Interessenvertretung über Landesgrenzen hinweg. "Unsere Mächtigkeit beziehen wir Gewerkschaften von unseren Mitgliedern. Wenn wir stärker werden wollen, heißt das: Wir müssen Mitglieder gewinnen, um wirksamer zu werden", forderte der Erste Vorsitzende der IG Metall.
Der neue Welt-Dachverband der Industriegewerkschaften IndustriAll Global Union vertritt rund 50 Millionen Gewerkschaftsmitglieder aus 140 Ländern aus den Branchen Metall- und Elektro-, Chemie-, und Textilindustrie sowie Bergbau und Energie. Gründungsorganisationen sind der Internationale Metallgewerkschaftsbund (IMB), die Internationale Föderation der Energie-, Bergbau- und Fabrikarbeitergewerkschaften (ICEM) und die Internationale Textil-, Bekleidungs- und Lederarbeitervereinigung (ITBLAV). Zum Präsidenten des Zusammenschlusses wählten die Delegierten Berthold Huber.



















