IG Metall
Kampagnen
IGMetall.de - Springe direkt:
Inhalt
                  
Detlef_Wetzel_120x120

Immer mehr junge Menschen in prekären Jobs

Jungen Menschen eine Perspektive geben

06.07.2012 Ι Die Wirtschaft brummt und die Bundesagentur für Arbeit meldet einen Beschäftigtenrekord nach dem anderen. Doch die Generation der 14- bis 34-Jährigen spürt davon immer weniger. Auch im Jahr 2012 geht der Aufschwung an ihnen vorbei. Jeder dritte von ihnen arbeitet zurzeit in einem unsicheren Beschäftigungsverhältnis.

Die IG Metall hat zum dritten Mal hintereinander junge Menschen nach ihrer beruflichen Lage, ihren Erwartungen und Hoffnung befragt. Die Ergebnisse dieser Befragung sind ernüchternd. Auch zwei Jahre nach der schlimmsten Wirtschaftskrise hat sich die Situation für die unter 35-Jährigen weiter verschlechtert. Fast ein Drittel der jungen Menschen arbeitet zurzeit in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen. Im Vergleich zum Krisenjahr nahm der Anteil dieser unsicheren Jobs in dieser Altersgruppe sogar noch einmal um vier Prozentpunkte zu. In der Gruppe der über 35-Jährigen sinkt der Anteil der prekär Beschäftigten.

Nicht nur Leiharbeit und Befristungen haben in der Gruppe der Jungen Generation zugenommen. Die große Mehrheit junger Menschen empfindet diese Lage auch als psychisch belastend. Und: Sie empfinden die Gesellschaft als immer weniger sozial gerecht, ihr Einkommen als nicht ausreichend und ihre Arbeitsbedingungen als belastend. Für Detlef Wetzel, den Zweiten Vorsitzenden der IG Metall, zeigen die Ergebnisse, dass die junge Generation benachteiligt wird. Er stellte am 5. Juli 2012 in Berlin fest: "Wer jetzt immer noch keinen Handlungsbedarf sieht, ist auf dem Holzweg."

 

 


 

Für Wetzel ist auch die Diskussion um den Fachkräftemangel wie eine Debatte um potemkimsche Dörfer. Statt den Fachkräftemangel zu beklagen und junge Menschen mit Leiharbeit, Befristungen oder sogar Praktikas hinzuhalten, sollten Unternehmen ihre Fähigkeiten nutzen und ihnen einen sicheren Arbeitsplatz geben. Denn tatsächlich arbeiten etwa 23 Prozent aller Erwerbstätigen im Niederiglohnsektor, viele von ihnen sind jünger als 35 Jahre und sie haben größtenteils eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen Hochschulabschluss. Viele dieser jungen Menschen sind hoch motiviert. Wenn die Politik nicht bald einschreitet, wird ein Großteil dieser Generation abgehängt. Das gefährdet auch die soziale Sicherheit der Gesellschaft. Und es könnte unsere sozialen Sicherungssystemen schneller ruinieren als der demografische Wandel, warnt Wetzel.

Wetzel sieht die Ergebnisse als eine Bestätigung der Arbeit der IG Metall. Die IG Metall kümmert sich seit langem um die Probleme der jungen Generation. Mit dem Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie hat sie bereits einiges erreicht. Die unbefristete Übernahme, Mitsprache bei Leiharbeit und mehr Geld für Leihbeschäftigte. Mit ihrer Kampagne "Arbeit sicher und fair" geht sie weiter in diese Richtung. Dabei geht es um neue Regeln auf dem Arbeitsmarkt, die es Menschen ermöglichen eine Arbeit zu finden, die ihrer Qualifikation entspricht, von der sie leben können und die ihnen eine Zukunft bietet.
Links und Zusatzinformationen
rechte_box_junge_generation_220
Zukunft und Perspektiven für die junge Generation