Das Traineeprogramm der IG Metall: Beruf Gewerkschaftssekretär/in
Trainieren für die Perspektive IG Metall
Theorie und Praxis
Das Programm besteht aus einem guten Mix theoretischer und praktischer Bildung. Zwischen den Praxiseinsätzen liegen die theoretischen Seminarmodule. Hier erfahren die Trainees alles, was ein Gewerkschaftsskretär an Hintergrundwissen braucht: Tarifpolitik, gesellschafts- und wirtschaftswissenschaftliche Grundkenntnisse, Arbeits- und Sozialpolitik. Außerdem lernen sie, sich selbst und ihre Arbeit zu organisieren: Wie präsentiere ich etwas? Was bedeutet Kommunikation? Wie plane ich ein Projekt? In den Praxiseinsätzen hospitieren Trainees beim IG Metall-Vorstand, in den Bezirkleitungen, VerwaltungsteIlen. In einem weiteren Praxiseinsatz lernen die Trainees ganz konkret das Arbeiten in einem aktuellen IG Metall-Projekt kennen.
Traineebetreuer vor Ort
Die Traineebetreuer in den IG Metall-Bezirksleitungen und Verwaltungsstellen sorgen dafür, dass die Praxiseinsätze für die Trainees effizient und gewinnbringend ablaufen. Somit erhalten die Trainees wirklichkeitsnahe Eindrücke von den Arbeitsaufgaben und der Arbeitsorganisation.
Das Traineeprogramm ist Teil der Personalentwicklung der IG Metall
Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber übertrifft jedes Jahr das Platzangebot um ein Vielfaches. Die IG Metall konnte junge Leute für sich gewinnen, die genau das mitbrachten, was die Organisation benötigt: fundiertes theoretisches Wissen, meist gepaart mit betrieblicher Erfahrung und politischem Engagement. Die Trainees sind in einem Alter, das ihnen den Zugang zu jungen Menschen erleichtert, die wir als Mitglieder für die IG Metall gewinnen wollen.
Die Perspektive
Nach dem Traineejahr sind die Trainees gut gerüstet als Gewerkschaftssekretärin - oder -sekretär - für viele Positionen in der IG Metall. Die meisten der bisherigen Absolventen arbeiten in den IG Metall-Verwaltungsstellen.
Jung
Nicht älter als 30 - 35, denn die Trainees sollen die Belegschaft der IG Metall verjüngen.
Praxiserfahren
Durch eine - ehrenamtliche - Tätigkeit in der Gewerkschaft, in der Jugendvertretung oder im Betriebsrat, eine Berufsausbildung oder eine Arbeit im Betrieb.
Qualifiziert
Hochschulabschluss, Besuch der Europäischen Akademie für Arbeit oder auf Seminaren und in Weiterbildungen erworbenes gründliches Wissen.
Aufgeschlossen
Für die sozialen und politischen Entwicklungen und die besondere Rolle der Gewerkschaften.
Engagiert
Trainees sollten zusammen mit anderen etwas für andere leisten wollen und auch schon Erfahrungen in sozialem Engagement haben.
Qualifizierung mit Format
Ein systematisches Ausbildungsprogramm - mit Lerninhalten, die als "Generalqualifikationen" in der gesamten modernen Arbeitswelt nützlich sind. Zusätzlich Spezialwissen, das eine sichere Grundlage für die Arbeit als Gewerkschaftssekretärin oder Gewerkschaftsekretär verspricht. Praxis und Theorie, sinnvoll miteinander verzahnt, soziale und methodische Kompetenzen und aktuelles Orientierungswissen
Arbeitsvertrag
Trainees der IG Metall bekommen einen auf die Dauer der Ausbildung befristeten Arbeitsvertrag.
Traineegehalt
Trainees bekommen ein Gehalt. Für alle externen Trainees ist es gleich. Kolleginnen und Kollegen aus der IG Metall erhalten mindestens das gleiche Entgelt, haben sie bereits ein höheres, so behalten sie dieses auch während der Ausbildung.
Nette Kolleginnen und Kollegen
An gemeinsamen Zielen arbeiten, sich zusammen für etwas einsetzen - das sind besondere Arbeitsbedingungen, die man nicht überall findet. In der IG Metall begegnen die Trainees Menschen, die etwas verbessern wollen, Kolleginnen und Kollegen mit ideellen Werten.
Das Auswahlverfahren
Viele junge Leute wollen Trainee bei der IG Metall werden - ausgewählte Bewerber und Bewerberinnen stellen sich deshalb einem umfassenden Auswahlverfahren, in dem sie ihr Können, Wissen und Wollen beweisen.
Der IG Metall-Funktionsbereich Organisation und Personal und der Betriebsrat haben die Ausbildungsbedingungen der Trainees in einer Betriebsvereinbarung geregelt.
Die Traineeausbildung der IG Metall dauert zwölf Monate. Seminarphasen mit theoretischer Wissensvermittlung wechseln sich ab mit Praxiseinsätzen. Das Programm ist konzentriert und systematisch organisiert.
Die Trainees erweitern ihre Kenntnisse und ergänzen sie fachspezifisch, sie bekommen Einblicke in die Praxis der Organisation und arbeiten sich in relevante Arbeitsfelder ein.
Damit die Trainees vor allem ihre fachliche Kompetenz erweitern können, legt die IG Metall in ihrem Traineeprogramm Wert auf ein breites thematisches Spektrum. Aber auch organisatorisches und methodisches Wissen und Geschick soll die Ausbildung anregen.
Das Programm orientiert sich durchgehend an der Idee eines realitätstauglichen Berufsbildes.
Es gibt keine Prüfungen - dafür Zwischenfeedback und einen Abschlussworkshop, in dem die erworbenen Kompetenzen angewendet werden.
WAS ?
Die IG Metall kennenlernen
- Strukturen und Organisationseinheiten
- Meinungsbildung und Entscheidungsstrukturen
- Mitglieder- und Organisationsentwicklung
- Erfolgreiche Verwaltungsstellenarbeit
Gewerkschaftliche Arbeit im Betrieb
- Betriebserschließung (Betriebe ohne Betriebsrat)
- Arbeit von Betriebsratsgremien
- Zusammenspiel Betriebsrat - Vertrauensleute - Verwaltungsstelle
Mitglieder gewinnen und beteiligen
- Organizing-Methoden
- Mitgliederorientierte Offensivstrategie und Kampagnen
Theoretische Hintergründe für die Gewerkschaftsarbeit
- Gewerkschafts- und Gesellschaftstheorie
- Tarifpolitik
- Betriebswirtschaftslehre
- Volkswirtschaftslehre
- Arbeitsrecht
- Sozialpolitik
- Industrielle Beziehungen
Arbeitstechniken und Kommunikation
- Präsentation
- Kommunikationstraining
- Beratungskompetenz
- Projektarbeit
- Zeitmanagement und persönliche Arbeitsorganisation
- Informations- und Kommunikationstechniken
- Rollenklärung und Selbstleitung
WIE ?
Seminare und Trainings
Meistens arbeiten die Trainees als geschlossene Gruppe, einige Seminare jedoch sind auch offen für hauptamtliche Kolleginnen und Kollegen aus der IG Metall.
Praxiseinsätze
Mehrwöchige Hospitationen und Einarbeitung jeweils beim IG Metall-Vorstand, in einer Bezirksleitung, in einer Verwaltungsstelle und in einem Projekt der IG Metall. Eine Praxisstation bietet einem Trainee:
- Grundinformationen und eine gute Einführung
- eine praktische Arbeitsaufgabe
- viele Einblicke in den Alltag, zum Beispiel durch Teilnahme an Bürobesprechungen, Betriebsbesuchen, Vertreterversammlungen, Betriebsversammlungen und Verhandlungen
- eine Ansprechpartnerin oder einen Ansprechpartner mit "Patenfunktion".
Während der Praxisphasen bearbeiten Trainees selbstständig eine Aufgabe und trainieren Projektarbeit. Das Traineeteam organisiert den regelmäßigen Erfahrungsaustausch.
WO ?
Die Traineeausbildung findet bundesweit an vielen Orten statt - nicht nur während der mehrmonatigen Praxiseinsätze. Die Seminare werden in den Bildungseinrichtungen der IG Metall durchgeführt, überwiegend in der
Bildungsstätte Bad Orb.
Die IG Metall-Verwaltungsstellen und Bezirkleitungen können einem Trainee für mehrere Wochen einen Praxiseinsatz ermöglichen. Zwar macht die Betreuung auch Arbeit. Doch die Trainees bereichern mit ihrer unbefangenen Sicht auch die Alltagsarbeit der IG Metall. Das Traineeprogramm kann zudem genutzt werden, um junge Hauptamtliche, die bereits in einer Verwaltungsstelle arbeiten, bedarfsgerecht zu qualifizieren. Es ist möglich, dass sie als sogenannte Modulteilnehmer an den Seminaren des Programms teilnehmen.
Das Personalangebot an jungen und qualifizierten Gewerkschaftssekretärinnen und -sekretären wird durch das Programm größer. Das kommt zuerst den Verwaltungsstellen und Bezirken zugute.
- Wer kann Interessenten für die Traineeausbildung vorschlagen?
Jeder. Verwaltungsstellen, Bezirksleitungen, Betriebsräte. Interessierte können sich aber auch von sich aus bewerben. - Wer kann sich angesprochen fühlen?
Aktive aus der betrieblichen Interessenvertretung - erwartet wird ein sehr gründliches Wissen, Engagement und die Bereitschaft, sich weiterzubilden. Hochschulabsolventen mit sozial-, wirtschafts-, rechts- oder humanwissenschaftlichem Abschluss. Absolventen der Europäischen Akademie der Arbeit. - Wie werden die Bewerberinnen und Bewerber ausgewählt?
Wer aufgrund der schriftlichen Bewerbung eingeladen wird, nimmt an einem Auswahlprozess beim Vorstand der IG Metall teil. Dieser ist auf die Bedürfnisse der IG Metall zugeschnitten. - Muss ich Mitglied einer Gewerkschaft sein, wenn ich mich bewerbe?
Grundsätzlich ja. Es sei denn, man konnte vorher nicht Mitglied werden, wie zum Beispiel Studierende. - Spielt es eine Rolle, ob ich gewerkschaftlich aktiv bin oder war?
Ja. Gewerkschaftliches oder soziales Engagement werden vorausgesetzt. - Wie erfahre ich von der Ausschreibung?
Über die Internetseite der IG Metall und über Anzeigen in der "direkt" und im "einblick" sowie beim Traineeteam der IG Metall. Die Starttermine sind jeweils der 1. Mai und der 1. November. - Wie und wann kann ich mich bewerben?
Die Ausschreibungen laufen jedes Jahr im Herbst. Bewerbungen gehen an den Funktionsbereich Organisation und Personal der IG Metall. - Gibt es für mich ein festes Ausbildungspragramm?
Ja. Die Ausbildungsinhalte sind ebenso festgelegt wie das Zusammenspiel von Theorie und Praxis und der zeitliche Ablauf. Für jeden Trainee werden die Praxiseinsätze individuell festgelegt.
IG Metall*
Interessen erfolgreich durchsetzen.
"Der moderne Gewerkschaftssekretär kann nicht alles wissen, aber er sollte gelernt haben, auf welche Weise sich internes wie externes fachliches Wissen zur Lösung diverser Probleme heranziehen und mobilisieren lässt."
Professor Dr. Jürgen Prott
Soziologe an der Hochschule für Wirtschaft und Politik in Hamburg
managt und betreut die einjährigen Ausbildungsgänge bei der IG Metall.


























