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Zukunftschancen: Hürden für Migranten im deutschen Bildungssystem

Was Adewale Selere vom Studieren abhielt

Vor zwei Jahren kam Adewale Selere nach Deutschland. Hier wollte sich der Abiturient aus Nigeria eine berufliche Zukunft aufbauen. Trotz seiner Bemühungen musste er bald feststellen, dass das hiesige Bildungswesen für Migranten einige Hürden auf dem Weg in eine Ausbildung oder ein Studium aufgebaut hat.

Seit er 2008 aus Lagos in Nigeria nach Deutschland kam, versucht Adewale Selere voran zu kommen. Er wollte studieren oder eine Berufsausbildung in der Finanzbranche absolvieren. Mit sehr guten Kenntnissen in der "Weltsprache" Englisch und dem Besuch von Integrations- und Sprachkursen sollte das kein Problem sein - dachte er zumindest.



Inzwischen weiß der heute 24-Jährige, dass das deutsche Bildungssystem für aufstiegswillige Migranten wie ihn einige Hürden parat hält: Mit seinem nigerianischen Abitur kann Adewale in Deutschland nicht ohne weiteres studieren. Es wird weder als vollwertiges Abitur noch als Mittlere Reife anerkannt. Bevor er ein Studium aufnehmen kann, muss er zur Vorbereitung ein einjähriges Studienkolleg absolvieren. Um die Aufnahmeprüfung dafür zu bestehen, benötigte er allerdings gute Deutschkenntnisse - bessere als er sie in einem sechsmonatigen Integrationskurs und drei Monaten Sprachschule erwerben konnte.

Abschluss ist nicht gleich Abschluss
Vom seiner Ansicht nach "starren und komplizierten" deutschen Hochschulsystem abgeschreckt, beschließt Adewale, eine Berufsausbildung zu absolvieren. Er schreibt zahlreiche Bewerbungen, zunächst ohne Erfolg. Mit Unterstützung der Arbeitsagentur absolviert Adewale eine Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Einrichtung (BaE). Darüber findet der Abiturient eine Ausbildungsstelle zum Einzelhandelskaufmann in einem Modegeschäft.

Eine andere Perspektive
Bereits während seiner Studienvorbereitung hatte Adewale Selere Aushilfsjobs in der Modebranche. Mit seinen ursprünglichen Plänen hat seine neue Perspektive zwar nicht mehr viel zu tun, aber die Arbeit und der Kontakt mir den Kunden macht ihm Spaß. Nachdem er zwei Jahre lang versucht hat, Fuß zu fassen, ist es Adewale Selere schließlich gelungen, beruflich weiterzukommen. Manchmal stellt er sich allerdings die Frage, wie es weiter gegangen wäre, hätte die Arbeitsagentur die Kosten für die BaE nicht übernommen.

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