Aktionstag der IG Metall zu den Tarifverhandlungen in Bayern
Eiskalt erwischt
Die IG Metall fordert für die in der Tarifrunde nicht nur höhere Entgelte. Zum Forderungspaket gehören auch faire Bedingungen in der Leiharbeit und die Übernahme nach der Ausbildung. Zu diesen beiden Forderungselementen fanden bereits Sondierungsgespräche mit dem Verband der Bayerischen Metall- und Elektroindustrie statt. Der gab sich bisher zugeknöpft und und war keinen Millimeter auf die Forderung der Arbeitnehmer zugegangen. Dass sie sich das auf Dauer nicht bieten lassen, machten Metaller in Bayern klar. In München demonstrierten etwa 3000 Metallerinnen und Metaller. In Würzburg gingen etwa 1300 auf die Straße.
Übernahme nach der Ausbildung
Lisa Törmer, JAV-Vorsitzende von Audi in Ingolstadt und Ricarda Miskes, stellvertretende JAV-Vorsitzende bei BMW in München begründeten, warum sich gerade viele Jugendliche an den Kundgebungen zur Tarifrunde beteiligen: Die unbefristete Übernahme nach der Ausbildung ist längst überfällig in einer Branche, die permanent über Fachkräftemangel und demografischen Wandel jammert. Fast schon mitleidig nahmen die Metaller den Versuch des Verbandes zur Kenntnis, mit einer Mini-Aktion zu antworten. Vor der Eingangstür des Arbeitgeberverbandes standen zwei Jugendliche mit einem Transparent, auf dem die zweifelhafte Schutzbehauptung stand, unbefristete Übernahme koste Arbeitsplätze.
Nur ein kleiner Vorgeschmack
Sibylle Wankel,Tarifexpertin der bayerischen IG Metall, brachte es auf den Punkt als sie ankündigte: "Wir können verhandeln, wir können argumentieren, aber wenn es sein muss, können wir auch anders. Die heutige Aktion ist nur ein kleiner Vorgeschmack davon."
Tarife*
Lohn, Gehalt und mehr.
Die IG Metall handelt mit den Arbeit- gebern Tarifverträge aus. Sie regeln Löhne, Gehälter und Ausbildungs- vergütungen - aber auch, wie lange Arbeitnehmer arbeiten müssen und wieviel Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld ihnen zusteht. Beschäftigte, für die IG Metall-Tarif- verträge gelten, haben die 35-Stunden-Woche und 30 Tage Urlaub im Jahr. Gäbe es keine Verträge, wären die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifverträge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.




























