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Pressemitteilung Nr. 68/2006

22.11.2006

IG Metall fordert mehr Kontrolle von Finanzinvestoren

22.11.2006 Ι

Frankfurt/Main - Die IG Metall hat die Bundesregierung aufgefordert, die gesetzlichen Kontrollen für Private Equity Investoren deutlich zu verschärfen. "Es müssen Voraussetzungen für eine gesellschaftliche Kontrolle geschaffen werden. Dazu gehört eine verbesserte Transparenz, das Eindämmen spekulativer Tätigkeiten, ein Anlegerschutz sowie mehr Rechte der Arbeitnehmer bei Firmenübernahmen", sagte IG Metall-Vorstandsmitglied Wolfgang Rhode vor Betriebsräten am Mittwoch in Frankfurt. "Wir dürfen nicht zulassen, dass Finanzinvestoren mit deutlich überhöhten Kaufpreisen in Unternehmen einsteigen, Kapital rausziehen und sich die Zeche dann durch die Belegschaften zahlen lassen."

Die IG Metall hat zur Unterstützung der Betriebsräte und Beschäftigten ein "Netzwerk Private Equity" als Online-Plattform eingerichtet. Das Netzwerk bietet IG Metall-Mitgliedern ein Fülle von Informationen über die Branche und die wichtigsten Player im Markt. Es bietet die Möglichkeit, Informationen auszutauschen, sich wechselseitig zu unterstützen und fachlichen Rat einzuholen. "Wir informieren über Gegenwehr und Gestaltungsmöglichkeiten bei Übernahmen." Vor dem Hintergrund, dass aktuell rund 20 Prozent aller Firmenkäufe in Europa durch privates Beteiligungskapital getätigt werde, sei dies mehr als notwendig. "Die Folgen einer Übernahme dürfen nicht schicksalhaft hingenommen werden. Wir können sie beeinflussen und faire Bedingungen für die Beschäftigten aushandeln," sagte Rhode.

Zusätzlich zu den gesetzlichen Regelungen sei die Finanzbranche in der Pflicht, sich selbst Regeln aufzuerlegen. "Es ist nicht damit getan, über die soziale Verantwortung von Unternehmen hier und da in der Branche zu diskutieren. Die Branche muss sich einen verbindlicher Verhaltenskodex auferlegen, mit dem sie sich im Handeln auch den Interessen der Mitarbeiter, der Gesellschaft und der Umwelt verpflichtet. Nicht die kurzfristige Rendite darf der Maßstab sein, an dem sich Manager von Beteiligungsgesellschaften messen lassen", forderte Rhode. "Die unterschiedlichen Interessengruppen, der Gesetzgeber, die Finanzbranche und die Arbeitnehmervertreter müssen nach Lösungswegen suchen. Die IG Metall ist dazu bereit."


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