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Pressemitteilung Nr. 36/2012
16.05.2012
IG Metall: "Zusammenschluss europäischer Industriegewerkschaften stärkt Durchsetzungskraft für die soziale Ausrichtung der europäischen Union"
16.05.2012 Ι
Frankfurt/Main - Berthold Huber, Erster Vorsitzender der IG Metall, hat den Zusammenschluss von drei europäischen Industriegewerkschaftsverbänden zu einem neuen Dachverband begrüßt. "Die Gewerkschaften in Europa wirken an vorderster Linie an der Durchsetzung eines sozialen Europas mit. Drei europäische Industriegewerkschaftsverbände bündeln ihre Erfahrungen und ihre Durchsetzungskraft. Das ist auf dem Weg zum Europa der Menschen heute ein glücklicher Tag", sagte Huber am Mittwoch in Frankfurt.
Vom neuen Dachverband mit dem Namen "IndustriAll - European Trade Union" verspreche man sich mehr Effektivität und mehr Durchschlagskraft für die Auseinandersetzungen um die soziale Ausrichtung der europäischen Union. Kritik übte Huber an der rigiden Sparpolitik in der EU, an deren Entwicklung die deutsche Bundesregierung maßgeblich beteiligt gewesen sei. "Es wird gespart - natürlich an den Sozialausgaben; die Wirtschaftsleistung geht zurück, die Steuern sinken, es muss noch mehr gespart werden. So entsteht eine Abwärtsspirale, die ganz Europa in die Rezession treibt", sagte Huber.
Als eine der wichtigsten Aufgaben der neuen Organisation bezeichnete der Vorsitzende der größten Mitgliedsgewerkschaft die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der europäischen Industrie als zentralen Beschäftigungs- und Wachstumsmotor. Dazu sei eine europaweite Industriepolitik notwendig, die mit der Umwelt- und Energiepolitik eng verflochten sei.
Ein Ziel des Zusammenschlusses sei der Kampf gegen die zunehmende Prekarisierung der Arbeit in Europa. "Gute Arbeit, faire Löhne und gesundheitserhaltende Arbeitsbedingungen sind auch Errungenschaften der europäischen Integration. Unsere Erfolge stehen jetzt wieder unter Dauerbeschuss", kritisierte Huber.
Ferner fordere der neue europäische Industriegewerkschaftsverband von der Politik eine große europäische Bildungsoffensive. Diese müsste jungen Menschen Chancen für eine sichere Zukunft eröffnen und ihnen im Rahmen einer Berufsausbildung den Einstieg in das Berufsleben erleichtern. Es sei ein Skandal, dass eine Jugendarbeitslosigkeit von bis zu 50 Prozent in einigen europäischen Ländern hingenommen werde. Einer ganzen Generation werde so ihre berufliche, soziale und wirtschaftliche Zukunft genommen. "Wir dürfen diese jungen Menschen nicht verlieren, sonst gerät die Verwirklichung unserer Vision eines sozialen Europas langfristig weiter ins Abseits", sagte Huber.
Der neue europäische Dachverband der Industriegewerkschaften (Europäischer Industriegewerkschaftsbund - EIWF) trägt den Namen "IndustriAll" und vertritt 275 Einzelgewerkschaften mit rund acht Millionen Mitgliedern aus den Branchen Metall- und Elektro-, Chemie-, und Textilindustrie sowie Bergbau und Energie. Gründungsorganisationen des EIWF sind der Europäische Metallgewerkschaftsbund (EMB), die Europäische Föderation der Bergbau- Chemie- und Energiegewerkschaften (EMCF) und der Europäische Gewerkschaftsverband Textil, Bekleidung, Leder (EGV:TBL)



















