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Junge Generation: Einstieg ins Berufsleben

Junge Generation: Einstieg ins Berufsleben

Gut ausgebildet, atypisch beschäftigt und ... arbeitslos?

Wer mit der Ausbildung fertig ist, will voll ins Berufsleben einsteigen, Geld verdienen, sein Leben voranbringen. Immer mehr jungen Menschen gelingt das nicht. Nicht, weil sie zu schlecht ausgebildet sind, sondern weil die Bedingungen so ungünstig sind. Das kann schwerwiegende Folgen für eine Gesellschaft nach sich ziehen.

"Generation prekär", "Generation Praktikum", "chancenlos und verbittert" - die Medien finden jede Menge Schlagzeilen, mit denen sie die Situation der jungen Menschen in Deutschland hinsichtlich ihrer Arbeitssituation überschreiben. Das Problem ist, sie liegen damit leider nicht daneben. Das belegt auch ein Beitrag von Thomas Langhoff, Ina Krietsch und Christian Starke in den WSI-Mitteilungen vom Juli 2010.

Für junge Menschen treten auf dem Arbeitsmarkt gleich mehrere Probleme auf:

  • Es ist schwierig, direkt im Anschluss an die Schulausbildung einen geeigneten Ausbildungsplatz zu finden. Rund 45 000 Jugendliche haben 2010 keinen Ausbildungsplatz gefunden. Altbewerber haben es hier besonders schwer.
  • Es ist schwierig, nach der Ausbildung übernommen zu werden. Im Jahr 2007 wurden 40 Prozent der Auszubildenden nicht vom ausbildenden Unternehmen übernommen.
  • Es ist schwierig, nach der Ausbildung und eventuell sogar Übernahme einen unbefristeten Arbeitsplatz zu finden. Rund 40 Prozent im Alter von 14 bis 24 Jahren waren 2007 in atypischen Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Im Vergleich zu 1997 hat sich die Zahl hier verdoppelt. Bei den 25 bis 34-Jährigen waren es immerhin noch rund 27 Prozent.


Was heißt atypisch beschäftigt?
Atypische Beschäftigung  sind Arbeitsverhältnisse wie

  • Teilzeit
  • Heimarbeit
  • Mini- oder Midijobs
  • sowie Leiharbeit

Häufig bringen diese Arbeitsverhältnisse prekäre Arbeitsbedingungen mit sich. Das bedeutet für die Betroffenen: Niedriglohn, geringer Kündigungsschutz, Statusprobleme, geringe soziale Sicherung und viele weitere Belastungen.

Wie hoch ist die Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen?
Eine Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) hat ergeben, dass die Arbeitslosigkeit der unter 25-Jährigen in Deutschland doppelt so hoch ist, wie die älterer Menschen. Sie liegt bei elf Prozent. Die Arbeitslosenquote aller Arbeitnehmer liegt dagegen bei 7,7 Prozent.
Vier von zehn jungen Erwerbstätigen - das sind 37 Prozent - haben ihren Arbeitsplatz bereits schon einmal ungewollt wechseln müssen. 32 Prozent der jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren sogar schon einmal länger als sechs Monate arbeitslos. Zwar ist die Dauer der Arbeitslosigkeit junger Menschen geringer, als bei älteren. Trotzdem stellt Arbeitslosigkeit für Jugendliche und junge Erwachsene die zentrale Hürde bei einem dauerhaften Einstieg ins Berufsleben dar.


Junge Menschen wollen einen sicheren Arbeitsplatz.

Welche Auswirkungen hat die Arbeitsmarktsituation auf junge Menschen?
Nur schwer oder spät einen Ausbildungsplatz zu bekommen, prekär beschäftigt und von Arbeitslosigkeit ständig bedroht zu sein - das bedeutet nicht nur finanzielle, sondern auch komplexe psychische Belastungen. Die Zukunftsplanung und Entwicklungschancen der Betroffenen sind stark beeinträchtigt. Vor dem Hintergrund, dass die junge Generation dem Arbeitsmarkt noch einige Jahrzehnte zur Verfügung stehen muss, kann der Verschleiß deren psychischer und physischer Gesundheit nur kritisch betrachtet werden.

Links und Zusatzinformationen
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Hotline für Mitglieder. Rufen Sie an!

Für alle Fragen rund um die Leiharbeit hat die IG Metall für Leiharbeitnehmer, die Mitglied sind, eine Hotline eingerichtet. Unter 0800 - 4463488 können sie sich kostenfrei beraten lassen.