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Metall-Tarifrunde bisher ohne Angebot der Arbeitgeber

Metall-Tarifrunde bisher ohne Angebot der Arbeitgeber

IG Metall wartet auf Angebot der Arbeitgeber

27.03.2012 Ι Seit drei Wochen verhandeln IG Metall und Metall-Arbeitgeber. In über zehn regionalen Verhandlungen saßen sie sich gegenüber. Die Fakten liegen auf dem Tisch. Doch die Arbeitgeber ließen die IG Metall bisher auf ein Angebot nur hoffen. Obwohl die Forderungen nach mehr Geld, fairer Leiharbeit und unbefristeter Übernahme bezahlbar und gerecht sind.

Seit Anfang März wird verhandelt. Doch bisher verweigern die Metall-Arbeitgeber ein Angebot. Sie wollen nichts geben und nennen die IG Metall-Forderungen maßlos und ohne jegliche Grundlage - ob es ums Geld geht, um faire Leiharbeit oder die unbefristete Übernahme für Ausgebildete.

Mit ihrer Blockade haben die Arbeitgeber das Bündnis, das Gesamtmetall und IG Metall in der Krise geschlossen hatten, aufgekündigt. Damals ging es der IG Metall vor allem darum, Arbeitsplätze zu sichern und den Unternehmen den Freiraum für sichere Planungen zu ermöglichen. Darum vereinbarte sie mit den Arbeitgebern einen Tarifvertrag mit langer Laufzeit und Entgelterhöhungen, die die Krisensituation berücksichtigten. Mit diesem Tarifabschluss hatte die IG Metall den Betrieben eine gute Basis beschert, auf der sie dann aufbauen konnten.

Hohe Gewinne für Dax-Konzerne

Ende 2010 setzte ein kräftiger wirtschaftlicher Aufschwung ein, der den Dax-Konzernen Megagewinne beschert hat - trotz europäischer Finanz- und Staatsschuldenkrise. Der operative Gewinn erhöhte sich für diese Firmen um acht Prozent auf insgesamt 104 Milliarden Euro. So viel wie nie zuvor. Das geht aus einer Studie des Beratungs- und Prüfungsunternehmens Ernst & Young hervor. Da ist es nur gerecht, dass die Arbeitnehmer beteiligt werden.

6,5 Prozent mehr fordert die IG Metall. Das ist eine durchaus vertretbare Forderung. Ein Prozent mehr Einkommen kostet die Firmen insgesamt etwa 1,5 Milliarden Euro. Würden die Löhne um die volle Forderungssumme steigen, also um 6,5 Prozent, dann würde das die Metallunternehmen 9,75 Milliarden Euro kosten. Angesichts der Gewinne durchaus vertretbar.

Mit ihrer Forderung orientiert sich die IG Metall am gesamtwirtschaftlichen Produktivitätszuwachs und der Preisentwicklung. Das ist der sogenannte verteilungsneutrale Spielraum. Die IG Metall weiß, dass die wirtschaftliche Entwicklung wechselhaft und unberechenbar ist. Sie verlässt sich daher nicht ausschließlich auf Prognosen. Denn diese können sich ändern. Wichtig ist, dass sich der verteilungsneutrale Spielraum und die Einkommen parallel entwickeln. Das war zuletzt nicht der Fall, weil im Boomjahr 2011 der Spielraum mit der letzten Tariferhöhung nicht ausgeschöpft wurde. Bei der jetzigen Tarifforderung wurde das mitberücksichtigt.

Fairer Anteil für Beschäftigte

Wichtig ist, dass den Menschen Geld zum Ausgeben übrig bleibt. Nicht nur, weil alles teurer wird. Wenn Arbeitnehmer von ihrem Einkommen weniger kaufen können, dann wird auch weniger produziert. Wenn weniger Waren hergestellt werden, gehen die Investitionen und die Beschäftigung zurück.

Die IG Metall will aber nicht nur mehr Geld für die Beschäftigten. Sie fordert ein ganzes Paket. Denn sie weiß, dass neben höheren Entgelten auch Sicherheit wichtig ist. Die brauchen junge Menschen, wenn sie ihre Ausbildung absolviert haben. Deshalb sollen Azubis nach der Ausbildung unbefristet übernommen werden.

Auch bei der Forderung nach fairer Leiharbeit geht es um Sicherheit. Die haben Leihbeschäftigte nur, wenn sie nicht allein auf den guten Willen der Arbeitgeber angewiesen sind. Deshalb sollen die Betriebsräte beim Entleiher mitreden können, wo, wieviele und wie lange Leihbeschäftigte eingesetzt werden. Darüber verhandelt die IG Metall mit den Metall-Arbeitgebern.

Leiharbeiter haben am Ende eines Monats aber auch einen gerechten Lohn für ihre Arbeit verdient. Deshalb verhandelt die IG Metall parallel mit den Zeitarbeitsverbänden über einen Branchenzuschlag. Dieser Zuschlag soll die Lohnlücke möglichst schließen. Denn obwohl Leiharbeitnehmer oft die gleiche Arbeit wie Stammbeschäftigte machen, bekommen sie bis zu 50 Prozent weniger Geld.

Tarif

Lohn, Gehalt und mehr.

Links und Zusatzinformationen
Mehr Geld. Faire Leiharbeit. Unbefristete Übernahme.
Metall-Tarifrunde 2012

Themen und Argumente:

Wozu sind Tarifverträge gut?

Die IG Metall handelt mit den Arbeit- gebern Tarifverträge aus. Sie regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch, wie lange Arbeitnehmer arbeiten müssen und wieviel Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld ihnen zusteht. Beschäftigte, für die Tarifverträge gelten, haben die 35-Stunden-Woche und 30 Tage Urlaub im Jahr. Gäbe es sie nicht, wären die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifver- träge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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