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Tarifabschluss beschert Ost-Textilern mehr Geld sowie die unbefristete Übernahme

Tarifrunde Textil Ost: Arbeitgeber provozieren Warnstreiks

Textiler lassen sich nicht abbügeln

03.04.2013 Ι Bei den Ost-Textilern stehen ab heute die Zeichen auf Warnstreiks. Denn auch in der dritten Verhandlung am 26. März in Gera ließen die Arbeitgeber auf ein besseres Angebot nur hoffen. Mit dem nötigen Druck will die IG Metall erreichen, dass sich die Textil-Chefs in der vierten Runde am 19. April bewegen und ein akzeptables Angebot präsentieren.
Die Zeit drängt: Mit dem Auslaufen der Tarifverträge endete am 31. März in der ostdeutschen Textilindustrie auch die Friedenspflicht. Damit herrscht in der Branche seit 1. April nicht nur tarifloser Zustand, sondern es sind auch Warnstreiks möglich. In den ersten ostdeutschen Textilbetrieben ruft die IG Metall ab heute die Beschäftigten auf, ihre Arbeit für ein paar Stunden niederzulegen. Ihr bleibt keine andere Wahl. Denn auch in der dritten Runde am 26. März in Gera provozierten die Arbeitgeber mit ihrem mageren Angebot, dass die Verhandlungen ergebnislos unterbrochen wurden.

Arbeitgeberangebot: zu niedrig und zu lang

Erst nach zwei Nullmonaten wollen die Textil-Chefs für vier Monate jeweils 50 Euro zugestehen, danach 2,7 Prozent für 13 Monate und weitere zwei Prozent mit einer Laufzeit für 24 Monate. Das reicht der IG Metall nicht. Für sie ist dieses Angebot nicht verhandlungsfähig. Das Einkommensplus ist zu niedrig und auch eine 24-monatige Laufzeit ist für die IG Metall nicht akzeptabel.

Die ostdeutschen Textil- und Bekleidungsbeschäftigten sind außerordentlich flexibel, leisten hervorragende Arbeit mit hoher Qualität. Dafür haben sie gerechte Löhne verdient. Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für zwölf Monate, die unbefristete Übernahme der Ausgebildeten sowie einen Tarifvertrag zur Altersteilzeit.

"Die Arbeitgeber müssen begreifen, dass wir's ernst meinen", erklärt Michael Jung, der für die IG Metall die Verhandlungen führt. Die Beschäftigten sind zu Aktionen und Warnstreiks entschlossen. Das haben 100 Textilerinnen und Textiler eindrucksvoll bei der dritten Runde in Gera demonstriert.

Tarif

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Wozu sind Tarifverträge gut?

Die IG Metall handelt mit den Arbeit- gebern Tarifverträge aus. Sie regeln Löhne, Gehälter und Vergütungen für Auszubildende - aber auch, wie lange Arbeitnehmer arbeiten müssen und wieviel Urlaubstage, Urlaubs- und Weihnachtsgeld ihnen zusteht. Beschäftigte, für die Tarifverträge gelten, haben die 35-Stunden-Woche und 30 Tage Urlaub im Jahr. Gäbe es sie nicht, wären die Arbeitszeiten länger und der Urlaub kürzer - laut Gesetz nur 20 Arbeitstage. Meist gelten die Tarifver- träge für ein Jahr oder auch länger. Wenn sie ablaufen, wird über neue verhandelt.

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